Glossar

Das Glossar umfasst die wichtigsten Begriffe zum Thema Asyl- und Fremdenwesen in Österreich. Von A-Z werden kurze Definitionen dargestellt und Erklärungen geliefert. Das vorliegende Glossar erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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Abschiebung

Zwangsweise Außerlandesbringung eines Fremden, gegen den eine → Rückkehrentscheidung, eine → Anordnung zur Außerlandesbringung, eine → Ausweisung oder ein Aufenthaltsverbot vorliegt.
Die Abschiebung kann durch Verhängung von Schubhaft gesichert werden.


Anerkannter Flüchtling

siehe → Asylberechtigte


Asyl

Wird Menschen gewährt, die wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten ethnischen oder sozialen Gruppe oder ihrer politischen Überzeugung verfolgt werden.
Völkerrechtliche Grundlage des Asylrechts ist die → Genfer Flüchtlingskonvention.


Anordnung zur Außerlandesbringung

Aufenthaltsbeendende Maßnahme, die mit bestimmten zurückweisenden Entscheidungen des → Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl zu verbinden ist (insbesondere wenn Österreich aufgrund der → Dublin III Verordnung für die Prüfung des Asylantrags nicht zuständig ist).


Asylberechtigte

Personen, deren Asylantrag positiv entschieden wurde.
Sie sind rechtlich als → Flüchtlinge anerkannt. Asylberechtigte dürfen dauerhaft in Österreich bleiben. Sie sind Österreicher/innen weitgehend gleichgestellt.


Asylverfahren

Das Asylverfahren in Österreich gliedert sich in zwei Instanzen: Für das Asylverfahren in 1. Instanz ist das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) zuständig, für das Asylverfahren in 2. Instanz das Bundesverwaltungsgericht. Gegen Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichtes kann noch Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof und unter bestimmten Voraussetzungen Revision an den Verwaltungsgerichtshof erhoben werden. Menschen, die in Österreich um Schutz ansuchen, können einen Asylantrag bei jeder Sicherheitsbehörde bzw. jedem Organ des öffentlichen Sicherheitsdienstes stellen. Sobald sie einen Antrag gestellt haben, erhalten sie einen faktischen Abschiebeschutz. Menschen, die sich an eine Sicherheitsbehörde wenden, um Asyl zu beantragen, werden von dieser erstbefragt. Danach werden sie von eine/r Referent/in des BFA befragt, das in weiterer Folge über die Asylgewährung zu entscheiden hat.


Asylwerber/innen

Personen, die in einem fremden Land um → Asyl – also um Aufnahme und Schutz vor Verfolgung – ansuchen und deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist. Bei positivem Abschluss des Asylverfahrens, sind sie → Asylberechtigte bzw.→ anerkannte Flüchtlinge.


Aufenthaltstitel

Drittstaatsangehörige, die beabsichtigten, sich länger als sechs Monate in Österreich aufzuhalten oder niederzulassen ausgenommen → Asylwerber/innen und → anerkannte Flüchtlinge), benötigen einen dem Aufenthaltszweck entsprechenden Aufenthaltstitel. Für Aufenthalte bis zu sechs Monaten ist die Erteilung eines Aufenthaltstitels nicht möglich, sondern allenfalls ein Visum zu beantragen.


Ausländer/-in

Personen in Österreich, die über keine österreichische Staatsbürgerschaft verfügen (auch Staatenlose und Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit).


Ausweisung

Im Gegensatz zur Abschiebung ist die Ausweisung eine bescheidmäßige aufenthaltsbeendigende Maßnahme gegen EWR-Bürger/-in, Schweizer Bürger/-in und begünstigte Drittstaatsangehörige.


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