Frequently Asked Questions

Personen, deren Asylantrag (Antrag auf internationalen Schutz) in Österreich rechtskräftig abgewiesen wird, werden aufgefordert, freiwillig in ihr Herkunftsland auszureisen. Wird dieser Verpflichtung zur freiwilligen Ausreise nicht nachgekommen, erfolgt eine zwangsweise Außerlandesbringung.

Es können aber auch Asylwerber, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist, freiwillig in ihr Herkunftsland zurückkehren. Auch Fremde, die sich nicht rechtmäßig im Bundesgebiet aufhalten oder sich in einem laufenden fremdenrechtlichen Verfahren befinden, können sich für die freiwillige Rückkehr entscheiden.

Der freiwilligen Rückkehr wird – auch in Umsetzung entsprechender EU-Vorgaben (Rückführungs-Richtlinie) – Priorität und Vorrang vor Abschiebungen eingeräumt. Verschiedene EU-finanzierte Projekte im Bereich der Rückkehrberatung, Rückkehrvorbereitung und Reintegration dienen der Umsetzung des Vorranges der freiwilligen Ausreise und sollen die Attraktivität der freiwilligen Ausreise steigern.

Die Vorteile der freiwilligen Rückkehr, die Voraussetzungen für eine Rückkehrhilfe und an wen sich die betroffenen Personen hinsichtlich Beratung und Unterstützung wenden können, beantworten diese FAQs:


Was sind die Vorteile einer freiwilligen Rückkehr? Welche Unterstützung wird angeboten?

Die freiwillige Ausreise in den Herkunftsstaat ist die Alternative und grundsätzlich bevorzugte Option zur zwangsweisen Rückführung nach einem rechtskräftigen negativen Asylbescheid oder fremdenrechtlichen Verfahren (Rückkehrentscheidung). Die Frist für die freiwillige Ausreise beträgt in der Regel 14 Tage ab Rechtskraft des Bescheides.
Bei einer freiwilligen Ausreise kann die Person selbständig und ohne polizeiliche Begleitung aus Österreich ausreisen. Für die Vorbereitung und Durchführung der freiwilligen Ausreise kann Unterstützung in Anspruch genommen werden.

Zur Unterstützung der freiwilligen Ausreise gibt es – in jedem Stadium des Verfahrens – verschiedene Leistungen, die unter Rückkehrhilfe zusammengefasst werden. Dazu zählt auch die individuelle Rückkehrberatung, bei der die Perspektiven der betroffenen Person abgeklärt werden und über Unterstützungsleistungen informiert wird.


Was versteht man unter Rückkehrhilfe?

Die im Rahmen der Rückkehrhilfe vorgesehenen Maßnahmen zielen darauf ab, die Rückkehr der betroffenen Personen in ihren Herkunftsstaat vorzubereiten und die Wiedereingliederung zu erleichtern.

Die Mitarbeiter der Rückkehrberatungsstellen klären individuell über die Möglichkeiten der freiwilligen Rückkehr und verschiedene Unterstützungsleistungen auf und leiten die notwendigen Vorbereitungsschritte in die Wege.

Anträge auf Rückkehrhilfe und Übernahme der Kosten (Heimreisekosten, Kosten für Dokumente) bzw. Aufnahme in ein Reintegrationsprojekt werden von den Rückkehrberatungsstellen an das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl übermittelt und von dort nach bestimmten Kriterien bewilligt. In diesen Fällen spricht man von einer unterstützten freiwilligen Rückkehr.

Die Rückkehrhilfe enthält folgende Elemente (Unterstützungsleistungen):

  • Information und individuelle Beratung zur freiwilligen Rückkehr bei speziellen Rückkehrberatungsorganisationen
  • Unterstützung bei der Beschaffung der notwendigen Reisedokumente
  • Reiseorganisation und Flugbuchung
  • Übernahme der Reisekosten
  • Medizinische Versorgung beim Transfer
  • Finanzielle Starthilfe
  • Anmeldung zur Aufnahme in ein spezielles Reintegrationsprogramm (für bestimmte Länder verfügbar).

Gibt es spezielle Länderprogramme?

Ja, es gibt für einige Länder spezielle Reintegrationsprogramme. Diese sollen die Rückkehrer bei der Reintegration im Herkunftsland unterstützen und ihnen einen Neustart erleichtern. Darüber hinaus gibt es für Personen einiger Herkunftsländer einen neuen Ansatz bei der finanziellen Rückkehrhilfe (gestaffelte Rückkehrhilfe). Die aktuellen Reintegrationsprogramme bzw. Informationen zur gestaffelten Rückkehrhilfe sind auf der Website des BFA abzurufen.


Wer kann das Rückkehrberatungsangebot in Anspruch nehmen?

Das Beratungsangebot richtet sich sowohl an ausreisepflichtige Personen als auch an Asylwerber und Fremde im laufenden Verfahren. Einem Fremden kann in jedem Stadium seines Verfahrens Rückkehrberatung gewährt werden. Die Rückkehrberatungsstellen informieren umfassend, vertraulich und unverbindlich.


Ist eine Rückkehrberatung verpflichtend?

Personen, die sich in einem laufenden Asylverfahren oder fremdenrechtlichen Verfahren befinden und freiwillig in ihr Heimatland zurückkehren wollen, können jederzeit und in jedem Verfahrensstadium eine Rückkehrberatung freiwillig in Anspruch nehmen.

In bestimmten Fällen ist ein Rückkehrberatungsgespräch verpflichtend vorgesehen. Wenn z.B. gegen einen Fremden eine Rückkehrentscheidung erlassen wird oder eine Person die Information erhält, dass der Asylantrag voraussichtlich zurückgewiesen oder abgewiesen wird. In diesen Fällen bekommt die betroffene Person eine Verfahrensanordnung ausgehändigt.


Welche Stellen bieten Rückkehrberatung an?

Im Rahmen von EU-finanzierten Projekten wird Rückkehrberatung in Österreich von der Caritas und dem Verein für Menschenrechte Österreich (VMÖ) angeboten. Es gibt Beratungsstellen in allen neun Bundesländern.

Es steht den Personen frei, für welche Rückkehrberatungsorganisation sie sich entscheiden. Grundsätzlich ist jenes Bundesland zuständig, in dem der Asylwerber, Fremde bzw. Ausreisepflichtige wohnt. Ein Wechsel der Rückkehrberatungsorganisation ist möglich, kann aber zu Verfahrensverzögerungen führen. Im Falle einer verpflichteten Rückkehrberatung wird eine bestimmte Rückkehrberatungsorganisation genannt.

Darüber hinaus findet Rückkehrvorbereitung auch für Personen in Schub- oder Strafhaft statt.


Gibt es einen rechtlichen Anspruch auf finanzielle Rückkehrhilfe?

Nein. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf finanzielle Unterstützungsleistungen bzw. Übernahme der Kosten. Außerdem können die finanziellen Leistungen grundsätzlich pro Person nur einmalig in Anspruch genommen werden.

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Infofolder zur freiwilligen Ausreise