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Bericht zur Lage der Asylsituation in Europa

Das Europäische Unterstützungsbüro für Asylfragen (EASO) veröffentlichte am 8. Juli 2015 seinen vierten Jahresbericht über die Asyllage in den EU-Mitgliedsstaaten sowie in Norwegen und der Schweiz.

Der Jahresbericht 2014 bietet einen umfassenden Überblick über die Anzahl und Art der Anträge auf internationalen Schutz in allen 28 EU-Mitgliedsstaaten sowie erstmals auch für Norwegen und der Schweiz (EU+ Staaten). Der Bericht beleuchtet Asyltrends, einschließlich der wichtigsten Herausforderungen und Antworten, rechtliche und institutionelle Entwicklungen und gibt einen Überblick über die Funktionsweise des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS).

Die wesentlichen Erkenntnisse und Aktivitäten für das Jahr 2014:

• Im Jahr 2014 wurden mehr als 660.000 Anträge auf internationalen Schutz in den EU+ Staaten gestellt. Dies entspricht einem Anstieg von 43 % gegenüber dem Jahr 2013 und stellt die höchste Zahl seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 2008 dar.

• Neben Deutschland, Schweden, Italien, Frankreich waren 2014 insbesondere auch Ungarn und Österreich mit einem starken Anstieg von Anträgen auf internationalen Schutz konfrontiert.

• Die Hauptherkunftsländer 2014 waren Syrien, die Westbalkanländer und Eritrea. Signifikante Steigerungen konnten auch bei den Anträgen aus Afghanistan und der Ukraine beobachtet werden. Die wichtigsten Zielländer waren Deutschland, Schweden, Italien und Frankreich.

• Die Unterstützungseinsätze, koordiniert und organisiert von EASO, waren auch 2014 ein wesentlicher Bestandteil der Arbeiten. Einsätze fanden in Griechenland, Bulgarien, Italien und Zypern statt.
• 2014 kennzeichnete den Start des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF), der mit einem Budget von rund drei Milliarden Euro Projekte in Mitgliedsstaaten unterstützt.

• Auch in den Außenbeziehungen unternahm EASO 2014 weitere wesentliche Initiativen. Jordanien, Marokko und Tunesien wurden im Rahmen der Europäischen Nachbarschaftspolitik durch diverse Schulungen und Aktivitäten sensibilisiert und es konnte dadurch eine engere Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten erzielt werden.

In Österreich war 2014 bereits ein Anstieg von 60 Prozent zu verzeichnen. Auch 2015 hielt der starke Anstieg an Anträgen auf internationalen Schutz an. Im Zeitraum von Jänner bis 5. Juli 2015 suchten in Österreich 29.409 Menschen um Asyl an – so viele wie im gesamten Jahr 2014. Die meisten sind aus den Kriegsgebieten in Syrien, Afghanistan und im Irak geflüchtet. Allein im Juni wurden 7.538 Asylanträge in Österreich gestellt.

"Die aktuellen Analysen und Trends zeigen, dass wir mehr denn je gemeinsame Lösungen brauchen – EASO kommt hier eine wesentliche Rolle zu", sagte BFA-Direktor und Vorsitzender des EASO-Verwaltungsrats, Mag. Wolfgang Taucher. "Praktische Zusammenarbeit auf allen Ebenen ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeiten von EASO und ein großer Mehrwert für die Mitgliedstaaten."


Artikel 12565
vom Mittwoch, 08.Juli 2015, 11:59 Uhr

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